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ConVERSations: Slam Poetry for Inclusion

ConVERSations: Slam Poetry for Inclusion

Training Course
April 2018, Rumänien

 

Im April hatte ich die Ehre für das Jugendwerk an einem Erasmus+ Training Course in Rumänien teilzunehmen. Über eine Woche beschäftigten wir Teilnehmer aus Bulgarien, Deutschland, Griechenland, Lettland, Polen und Rumänien uns mit dem Thema Slam Poetry.

In den Räumen der rumänischen Organisation Education Studio lernten wir uns alle zunächst kennen, bevor wir Cluj, die Hauptstadt Transsylvaniens, verließen und unseren Rückzugsort für die nächste Woche bezogen: Paradise Valley – eine familiengeführte Pension mitten im Wald. Umgeben von einem rauschenden Bach, der Ruhe und Kühle des Waldes, sowie flatternden Fledermäusen konnten wir unsere Inspiration kaum noch zurückhalten.

Niemand geringeres als der erfolgreiche Berliner Poetry Slammer Bas Böttcher war für die folgenden Tage unser Lehrer und Tutor. Von ihm lernten wir die Grundzüge des Slams, des Spoken Words und des Rhythmus‘.

Nach gerade einmal drei Tagen wurde unsere europäische Gruppe dann bereits ins kalte Wasser geworfen: der (für die meisten von uns) erste Poetry Slam unseres Lebens stand bevor. Unsere Tutoren hatten vollstes Vertrauen in unsere Arbeiten und auch wir selbst merkten nach und nach wie gut unsere gedichteten Texte tatsächlich sind. Mit einem kleinen Training in selbstbewussten Auftreten auf der Bühne, durch unseren teilnehmenden bulgarischen Fernsehstar, fühlten wir uns dann bereit dem Publikum entgegen zu treten. In einer sehr intimen Location im Herzen Cujs fand der ConVERSations Poetry Slam statt. Erste Bedenken, wer in Rumänien auf einen englischsprachigen Poetry Slam mit unbekannten Neu-Poeten gehen würde, wurden schnell zerschlagen, als sich der Raum nach und nach mit netten Gesichtern füllte.

Unser Slam selbst war durch abwechselnde Gruppen- und Einzelauftritte perfekt durchmischt. In gewisser Weise war sogar für musikalische Untermalung gesorgt, da ein Großteil der Performances einen umgedichteten, bekannten Song beinhalteten. Mit Ohrwürmern wie „Don’t worry feel crappy“ oder „It’s my pie” eroberten wir schnell unser Publikum und erblickten auch das ein oder andere Schmunzeln. Mit Gedichten wie „A recipe for a good break-up“ oder „Being Human“ wurde man aber auch zum Nachdenken angeregte, sei es bewusst oder unbewusst. Im Gegensatz zum klassischen Poetry Slam hatte unsere Veranstaltung aber nicht das Ziel den besten Poeten unter uns zu küren, sondern lediglich uns Jugendleitern die Erfahrung des Bühnenauftritts zu geben. Und sicher ist, wir sind alle als Gewinner und Poeten aus diesem Abend gegangen.

Immer noch euphorisch über unseren gelungenen Auftritt machten wir uns zurück in unser Paradies im Wald, wo wir die restliche Zeit des Trainings dafür nutzen, uns zu überlegen wie genau wir das erlernte für die Jugendarbeit benutzen können. Wir erarbeiteten Workshops und Strategien, welche wir auch gleich an den anderen Teilnehmern testeten. Den Slam Poetry in unseren Heimatländern zu verbreiten steht also nichts mehr im Weg!

Wie echte Poeten verabschiedeten wir uns natürlich in Gedichtform voneinander und traten mit einem Koffer voller positiver Erinnerungen unsere Heimreise an.

 

Ronja Kern