Das Jugendwerk der AWO Württemberg ist bekannt für die Vielfalt an internationalen Projekten und Jugendbegegnungen, die wir jedes Jahr anbieten. Aber nicht nur international, sondern auch lokal findet interkulturelles Engagement statt. Das Jugendwerk befindet sich derzeit in einem Prozess der interkulturellen Öffnung und Orientierung. 25 % aller Einwohner Baden-Württembergs haben Migrationsgeschichte, der höchste Anteil in einem deutschen Flächenland – Zeit für Organisationen wie das Jugendwerk, sich der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklung zu öffnen.
Im Herbst 2011 organisierte das Jugendwerk zwei Impulsabende „Interkulturelle Öffnung des Jugendwerks“ in Stuttgart, zudem fand im November 2011 in Hannover ein von uns mit initiierter Workshop des Bundesjugendwerks „Interkulturelle Öffnung als Chance für das Jugendwerk“ statt.
Interkulturelle Orientierung bedeutet, dass Anerkennung, Wertschätzung, Offenheit und Gleichbehandlung die Leitlinien für die Organisation und die in ihr arbeitenden Menschen sind. Es geht darum, innere Einstellungen, mit denen Menschen sich begegnen, zu reflektieren und zu verändern. Interkulturelle Öffnung ist die Umsetzung der interkulturellen Orientierung des Jugendwerks. Das Selbstverständnis des Jugendwerks als gemeinnütziger, demokratisch, politisch und konfessionell unabhängiger Jugendverband wird durch den Prozess der Interkulturellen Öffnung nicht verändert. Solidarität, Partizipation und soziales Engagement als Grundsätze unserer Verbandsarbeit sind auch im Prozess der Interkulturellen Orientierung und Öffnung wichtig, ebenso wie unsere Haltung gegen Rassismus, Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit.
Unsere „lebendigen“ Ziele der Interkulturellen Offenheit I
Wichtig für die Interkulturelle Öffnung sind die Grundsätze des Jugendwerks: Solidarität, Partizipation, soziales Engagement, Toleranz, Akzeptanz und Wertschätzung.
Wir wollen…
- dass sämtliche Kinder und Jugendliche, egal welcher ethnischen Herkunft, welchen Aussehens, welcher Religion, welcher sexuellen Orientierung, welcher sozialen Zugehörigkeit und welchen Geschlechts in unseren Gremien und bei unseren Aktivitäten teilnehmen können, Ihre Ideen einbringen und ihre Lebenswelt aktiv mitgestalten können
- Kinder und Jugendliche dazu befähigen und dabei unterstützen, interkulturelle Situationen des Alltags besser bewältigen zu können, sie sensibilisieren, indem wir interkulturelle Lernsituationen schaffen und Konfliktsituationen thematisieren;
- Kinder und Jugendliche dafür sensibilisieren, wie sie selbst durch ihre eigene Kultur und Sozialisation geprägt sind
- Junge Menschen befähigen, bewusst und kritisch mit Stereotypen und Vorurteilen umgehen zu können
- dass Kinder und Jugendliche verschiedene Kulturen, also Diversität, als etwas Positives wahrnehmen und erleben können
- dass Personen innerhalb und außerhalb des Jugendwerks wissen, dass wir offen gegenüber jeglichen Kulturen sind
Im Rahmen des Entwicklungsprozesses der Interkulturellen Öffnung werden im Jugendwerk die notwendigen Voraussetzungen geschaffen, der veränderten gesellschaftlichen Situation gerecht zu werden. Dazu gehören auch Veränderungen von Strukturen, Abläufen und Angeboten sowie interkulturelle Weiterbildung für unsere haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern.
Seit 2009 gibt es bereits das von der Integrationsoffensive Baden-Württemberg geförderte Projekt „Active Culture“, in dem sich Jugendliche mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen und Migrationsgeschichten regelmäßig treffen und gemeinsam Projekte planen und durchführen.
Wer Lust hat, den Prozess der interkulturellen Öffnung des Jugendwerks mitzuplanen und zu gestalten oder bei „Active Culture“ mitzumachen, ist herzlich eingeladen, sich hier zu melden: jugendwerk@web.de oder 0711 522841.