Das Jugendwerk der AWO Baden Württemberg ist über das Vorgehen der Polizei im Stuttgarter Schlossgarten am 30.9.2010 und die nachträglichen Rechtfertigungsversuche der dafür verantwortlichen Politiker entsetzt.
Reizgas, Schlagstöcke und Wasserwerfer können und dürfen keine Antwort auf demonstrierende Kinder, Jugendliche und ältere Menschen sein. Weder das gewalttätige Vorgehen der Polizei noch die Planung des Einsatzes seitens der Politik ist verhältnismäßig. Die bisherigen Demonstrationen in Stuttgart haben gezeigt, dass dort friedliche Menschen kreativ und ohne Gewalt Widerstand gegen ein Bauprojekt leisten dessen Mängel immer offensichtlicher werden.
Mitglieder und Mitarbeiter des Jugendwerks konnten sich selbst ein Bild von der Lage im Schlossgarten machen. „Hier wurde Waffen gegen Kinder und Jugendliche eingesetzt, die in keinem Falle angemessen sind“ so Stephan Kelm, Geschäftsführer des Jugendwerks, „Es ist ein Versagen von Politik und Polizeiführung, solch einen Weg zu wählen und zudem eine solche Aktion zum Zeitpunkt einer genehmigten Jugenddemonstration zu planen. Deeskalation sieht anders aus“. Florian Markert, stellvertretender Vorsitzender des Jugendwerks betont: „Die veröffentlichten Erklärungen und Rechtfertigungen zu dem Polizeivorgehen zeigen zudem die Ignoranz, mit der den Bürgern begegnet wird. Im Angesicht des eigenen Versagens werden hier falsche Tatsachen verbreitet, die dann ein solches Handeln rechtfertigen sollen. Wie man unter diesen Umständen der heranwachsenden Generation demokratische Werte vermitteln kann, bleibt dabei die Frage. Die Ereignisse vom Donnerstag müssen bei den Verantwortlichen Konsequenzen nach sich ziehen.“
Das Jugendwerk der AWO Württemberg e.V. spricht sich weiterhin gegen das Projekt Stuttgart 21 aus. Weder ist dieses Projekt im Sinne von Kindern und Jugendlichen, noch sind solche Investitionen sinnvoll, wenn an vielen anderen Stellen, wie z.B. Schulen, Kindergärten und sozialen Einrichtungen gespart wird. Zudem sind vor einem Bau alle Risiken und ein effizienter Betrieb zu prüfen. In Anbetracht der derzeitigen Lage fordern wir einen sofortigen Baustopp, die lückenlose Aufklärung aller Vorfälle und eine Entscheidung durch die Bürger.
Jugendwerk der AWO Baden Württemberg
Für Rückfragen: Stephan Kelm, Roland Bühler 0711/522837, jugendwerk@web.de
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